Katz und Faden

Kreatives, Historisches und Firlefanz

Leute, hab ich eine Woche hinter mir.

Für einen Moment denkt man es kann einen nichts mehr erschüttern. Der Grenzkrieg mit den Ameisen konnte ich letztens erneut für mich entscheiden. (Die Freuden wenn man im Erdgeschoss mit Terrasse und Grün drum rum wohnt.) Gerade herrscht krabbelige Ruhe. Und dann flatterte etwas übers Sofa, wurde von einer Katze gejagt und freudig verputzt.

Der Schaden war bereits geschehen. Der Albtraum eines jeden Textilliebhabers, Fiberartists und generell Mensch der zu viele Proteinhaltige Fasern in der Wohnung rumliegen hat.

Ja, auch ihr seid da mit gemeint.

Wir hatten schon so unsere Zusammenstöße, Tineola bisselliella, die Kleidermotte, und ich. Erst letztes Jahr hatte ich einen Befall unter meiner Strickwolle entdeckt. Zum Glück ist mein Vorrat recht übersichtlich und alle Knäule hatten eine nette erfrischende Runde in meinen Gefrierschrank.

Durch diese Erfahrung sind alle Knäule in Ziplock Plastiktüten verstaut und wenigstens jetzt in relativer Sicherheit. Extra Beutel lagen auch noch bereit für die große Einfrieraktion 2026.

Ich habe mal wieder offiziell mehr Wolle im Gefrierschrank als Essen.

So gut es ging wurde alles mögliche vom Sofa in die Waschmaschine verfrachtet. (Leider konnte ich nicht alles bei 60 Grad waschen.) und die Polster abgesaugt.

Mein Kleiderschrank (Ja wir arbeiten Raumübergreifend) habe ich gestern ausgeräumt und mit Essigreiniger ausgewischt. Wenigstens hatte ich die Möglichkeit einiges auszusortieren, was bereits mehr als fällig war.

Jetzt liegt der Rest in den fähigen Händen… Fühlern? Naja, was sie halt so haben, der Schlupfwespen, die ich schnell bestellt hatte. In 3 Wochen kommt die nächste Runde. Ich denke aber das ich wohl nochmal nachbestellen muss, da ich doch etwas geizig war. Aber extra Klebefallen hatte ich mitbestellt, die jetzt überall stehen.

Wenigstens die Miezer hatten ihren Spaß an der ganzen Aktion.
Der Inhalt meines Kleiderschrankes. Fast. Und die ewige Frage, warum habe ich so viele Sportklamotten?
Die Retter in der Not kommen in Papierkärtchen.

Wer mir auf Bluesky folgt hatte meinen Kampf bereits fast live miterleben können. Ich hatte versucht das ganze mit Humor zu nehmen. (Galgenhumor wohl eher.) Es ist mir nicht immer gelungen.

Bis jetzt sieht die Bilanz nicht so gut aus. Ein Projekt, den Candlemaker Coat, den ich in meinem Beitrag über meine aktuellen WIPs vorgestellt habe ist in der Tonne gelandet. Das Garn war Baumwolle. Ich weiß es auch nicht…
Ich hab noch Knäule vom Garn, das anderweitig verstaut wurde, aber ich muss erstmal schauen ob das Projekt damit neu angefangen werden kann.

Ein fertiges Tuch ist gleich mit in die Tonne gewandert, sowie eine Mütze. Alles selbst gestrickt natürlich.

Zwischen dem was noch im Gefrierschrank ist und was noch auf ihren Aufenthalt dort wartet, kann ich noch nicht genau beurteilen ob noch was zu retten ist. Darunter der Dr. Who Schal, dem nur noch die Franzen an einem Ende gefehlt hatte, ein fast fertiger Pullunder, Mützen, Schals, Tücher, Socken und so weiter.

Gestern saß ich im Schlafzimmer mitten in dem Chaos das mein Kleiderschrank war. Alles roch nach Essig. Ich hatte gerade mein schönes Lacetuch aus dunkelroter Wolle in der Hand. Ob es Schäden hat konnte ich noch nicht beurteilen. Es lag aber unter dem Tuch das ich wegen Fraßschäden wegschmeißen musst.

So viel Arbeit. So viel Energie und Zeit. So schönes Material. Merino Singlefaden. Bin fast irre geworden als ich es ohne Schirmhaspel von einem Strang zu einen Knäuel gewickelt hatte.

Ich hatte es nach dem Blocken in den Schrank gelegt. Für einen besonderen Anlas der nie kam. Ungenutzt. Bis jemand einen Nutzen dafür gefunden und seine Brut dort abgesetzt hatte.

Mein Herz blutet. Nicht nur einmal musste ich in den letzten Tagen ein paar bittere Tränen verkneifen.

Aber so ging es mir nicht nur mit meinen selbst gestrickten Sachen. Mein schöner und teurer Wollmantel, der behutsam geschont und kaum getragen wurde… Ich finde bestimmt noch ein paar Beispiele.

Die Spinnfasern hatte ich gut weggetan, werde die aber nochmal extra kontrollieren. Eine weit größere Aufgabe wird sein durch meinen Stoffvorrat zu gehen. Durch die zwei Kommodenschubfächer war ich noch nicht gegangen. Noch fehlt mir da die Energie und Kapazität für und ich hab die leise Hoffnung das die Fächer so knall voll sind, das sich da nichts drin durchwühlen mag.

Und Oh Mein Gott! Mein Klavier. Aber da es regelmäßig bespielt wird, nehme ich da jetzt noch keinen Befall an.

Diese Invasion wird mich noch eine Weile beschäftigen. Und ich werde bestimmt noch einigen Stücken nachtrauern. Aber ich bin von Natur aus pragmatisch und ein all zu großer Optimist. Es werden neue Strickwerke entstehen. Ganz sicher.

Ansonsten? Strategien müssen her. Die Wolle ist bereits eingetütet. Langzeitprojekte werden jetzt auch penibler Gelagert. Die Katzen sind bereits auf Mottenjagd angesetzt.

Und vor allem, die schönen Sachen auch nutzen und tragen und sich dran erfreuen bevor sie angenagt werden!

Ich schreibe bestimmt noch eine Fortsetzung zu dem Drama. Meine Bluesky Follower werden da auch zeitnah mit neuen Informationen versorgt.

Bis dahin Kopf hoch und Nase in Katzennackenfell vergraben für schnellen Trost.

Eure Rose.

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Ich bin Rose

Willkommen in meiner kleinen Nische voller Katzenhaare, Handarbeiten und obskurer Hobbies. Ich esse gerne, liebe Textilien und Vintage Design. Meine kätzischen Helferlein sind immer dabei.

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